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Wissen · Praxis · 5 Min. Lesezeit

Mandanten im Insolvenzrecht gewinnen: Google & KI

Kurz gesagt: Mandanten im Insolvenzrecht gewinnen Sie heute nicht mehr allein über Empfehlungen. Wer bei Google und in KI-Assistenten wie ChatGPT nicht sichtbar ist, verliert potenzielle Mandate. Dieser Leitfaden zeigt, wie Insolvenzrechtskanzleien beides systematisch erreichen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Insolvenzrechtliche Mandate entstehen zunehmend durch Online-Suche – Google und KI-Assistenten spielen dabei gleichzeitig eine Rolle.
  • Inhalte, die eine konkrete Frage direkt und vollständig beantworten, werden sowohl von Google als auch von KI-Assistenten bevorzugt zitiert.
  • Vertrauen entsteht durch nachprüfbare Angaben zur Kanzlei und zum Anwalt – nicht durch Werbesprache.

Warum klassische Empfehlungen im Insolvenzrecht nicht mehr ausreichen

Mandanten im Insolvenzrecht gewinnen Kanzleien traditionell über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und persönliche Empfehlungen. Das funktioniert noch – aber es reicht nicht mehr allein. Wer heute in einer akuten Krise steckt, öffnet zuerst Google oder fragt einen KI-Assistenten wie ChatGPT. Wenn Ihre Kanzlei dort nicht vorkommt, existiert sie für diesen Mandanten nicht.

Das ist keine Spekulation: Laut dem Digitalverband Bitkom nutzen mittlerweile weite Teile der deutschen Bevölkerung KI-basierte Anwendungen – auch zur Informationssuche bei rechtlichen Fragen. Gleichzeitig zeigen Daten des SEO-Analyse-Dienstes SISTRIX, dass Google seine Suchergebnisse zunehmend um sogenannte KI-Zusammenfassungen ergänzt: Kurze, direkte Antworten ganz oben auf der Seite, die aus einzelnen Webseiten zusammengestellt werden. Wessen Kanzleiwebsite dort zitiert wird, gewinnt Sichtbarkeit ohne einen einzigen Klick auf sein eigenes Angebot – und oft noch vor allen anderen Ergebnissen.

Kurz: Die Frage ist nicht mehr nur "Rankt meine Seite bei Google?", sondern auch "Nennt mich die KI, wenn jemand nach einem Insolvenzanwalt fragt?"

Wie Google und KI-Assistenten eigentlich entscheiden, wen sie nennen

Google und KI-Assistenten funktionieren nach demselben Grundprinzip: Sie suchen nach Inhalten, die eine Frage klar, vollständig und glaubwürdig beantworten. Der wichtigste Unterschied zu früher ist, dass nicht mehr nur die Anzahl von Links auf Ihre Seite zählt, sondern wie gut der Inhalt die Frage des Suchenden beantwortet.

Für Insolvenzrechtskanzleien bedeutet das konkret: Eine Seite, die erklärt, was ein Insolvenzverwalter macht, wann Eigenverwaltung sinnvoll ist oder wie ein Regelinsolvenzverfahren abläuft, hat bessere Chancen, in Suchergebnissen und KI-Antworten zu erscheinen als eine Seite, die lediglich "Wir beraten im Insolvenzrecht" behauptet.

KI-Assistenten zitieren bevorzugt Quellen, die:

Mehr zu den Hintergründen, wie KI-Assistenten Kanzleien auswählen, lesen Sie in unserem Grundlagenbeitrag GEO für Anwälte.

Was auf Ihrer Kanzleiwebsite konkret stehen muss

Eine eigene Seite für das Insolvenzrecht – nicht nur ein Menüpunkt

Viele Kanzleien listen Insolvenzrecht als einen Punkt unter zehn anderen Rechtsgebieten. Das reicht nicht. Google und KI brauchen eine eigenständige Seite, die ausschließlich diesem Thema gewidmet ist – mit Unterseiten für die wichtigsten Teilbereiche: Verbraucherinsolvenz, Unternehmensinsolvenz, Insolvenzanfechtung, Eigenverwaltung.

Stellen Sie sich vor, ein Geschäftsführer sucht um 22 Uhr nach "Insolvenzantrag GmbH was tun". Er landet auf Ihrer Seite. Wenn er dort in drei Sätzen versteht, was als nächstes zu tun ist und warum Sie der richtige Ansprechpartner sind, ruft er am nächsten Morgen an. Wenn er generische Kanzleitexte findet, schließt er das Tab.

Konkrete Fragen beantworten – nicht über sich selbst reden

Der häufigste Fehler: Kanzleiwebsites beschreiben sich selbst ("Wir sind erfahren, kompetent, mandantenorientiert"), statt die Fragen zu beantworten, die Mandanten wirklich stellen. Eine KI zitiert keine Selbstbeschreibungen. Sie zitiert Erklärungen.

Nützliche Inhalte für das Insolvenzrecht wären zum Beispiel:

Schreiben Sie für jede dieser Fragen einen kurzen, klaren Artikel. Beginnen Sie dabei immer mit der Antwort – nicht mit einer langen Einleitung. Diese Struktur erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Google oder ein KI-Assistent genau Ihren Text als Quelle verwendet.

Angaben zur Person und Kanzlei, die Vertrauen schaffen

Google und KI-Assistenten bevorzugen Quellen, bei denen klar ist, wer dahintersteht. Das bedeutet: Nennen Sie auf Ihrer Seite den Namen des zuständigen Anwalts, seine Zulassung, ggf. einen Fachanwaltstitel, Veröffentlichungen oder Vorträge. Auch die vollständige Adresse und Telefonnummer sollten an mehreren Stellen Ihrer Website einheitlich angegeben sein – Google prüft das.

Diese Angaben müssen überall identisch sein: auf Ihrer Website, in Ihrem Google-Unternehmensprofil (früher "Google My Business") und in Anwaltsverzeichnissen wie anwalt.de oder dem Bundesrechtsanwaltsverzeichnis der BRAK. Abweichungen – etwa unterschiedliche Schreibweisen der Adresse – können dazu führen, dass Google Ihrer Kanzlei weniger Vertrauen entgegenbringt.

Mythos vs. Fakt: Was im Insolvenzrecht-Marketing wirklich funktioniert

Verbreiteter Mythos Was tatsächlich zutrifft
"Ich brauche keine Website, meine Mandanten kommen über Empfehlungen." Empfehlungsempfänger prüfen Anwälte zuerst online – wer dort nicht überzeugt, verliert auch Empfehlungen.
"Mehr Keywords auf der Seite bringt bessere Google-Platzierungen." Google bewertet inhaltliche Qualität und Relevanz, nicht die Häufigkeit von Begriffen.
"KI-Assistenten sind für Anwaltskanzleien noch nicht relevant." KI-Suchen werden bereits aktiv für Rechtsthemen genutzt; frühe Sichtbarkeit schafft dauerhaften Vorteil.
"Ein gutes Impressum reicht als Vertrauensnachweis." Google und KI bewerten persönliche Angaben zum Anwalt, Fachkenntnisse und externe Erwähnungen deutlich stärker.
"Social Media ersetzt eine eigene Kanzleiwebsite." Social-Media-Inhalte werden von KI-Assistenten kaum zitiert; die eigene Website bleibt die wichtigste Grundlage.

Externe Sichtbarkeit: Wo Ihre Kanzlei noch erwähnt sein sollte

KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity suchen nicht nur auf Ihrer eigenen Website nach Informationen. Sie berücksichtigen auch, ob Ihre Kanzlei an anderer Stelle im Netz erwähnt wird – in Fachartikeln, Anwaltsverzeichnissen, Pressemitteilungen oder Gastbeiträgen auf Rechtsportalen.

Praktische Maßnahmen, die sich für Insolvenzrechtskanzleien eignen:

  1. Anwaltsverzeichnisse vollständig ausfüllen: BRAK-Verzeichnis, anwalt.de, Jura.de – mit identischen Angaben wie auf Ihrer Website.
  2. Fachbeiträge veröffentlichen: Ein Gastbeitrag auf einem Steuerberater-Blog oder in einem Wirtschaftsmagazin signalisiert Glaubwürdigkeit.
  3. Google-Unternehmensprofil aktiv pflegen: Regelmäßige Beiträge, Fotos der Kanzlei, korrekte Öffnungszeiten und beantwortete Rezensionen erhöhen die lokale Sichtbarkeit erheblich.
  4. Bewertungen aktiv einsammeln: Zufriedene Mandanten können Sie – berufsrechtlich einwandfrei – bitten, eine sachliche Bewertung auf Google zu hinterlassen. Das stärkt das Vertrauen potenzieller Mandanten und das Ranking.

Zur berufsrechtlichen Zulässigkeit von Anwaltswerbung: § 43b BRAO erlaubt sachliche Werbung über die berufliche Tätigkeit ausdrücklich. Verboten sind irreführende oder vergleichende Angaben sowie Erfolgsversprechen.

Was Sie als nächstes prüfen sollten

Bevor Sie neue Inhalte erstellen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Ist-Zustand Ihrer Kanzlei im Netz. Fragen Sie sich:

Die letzte Frage können Sie testen: Öffnen Sie ChatGPT oder Perplexity und stellen Sie genau diese Anfrage. Wenn Sie nicht auftauchen, zeigt Ihnen das, wo Handlungsbedarf besteht. Lassen Sie Ihre aktuelle KI-Sichtbarkeit systematisch prüfen – unser kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check zeigt Ihnen in wenigen Minuten, wo Ihre Kanzlei heute steht und was sich konkret verbessern lässt.

Häufige Fragen

Wie kann ich als Insolvenzrechtsanwalt neue Mandanten über Google gewinnen?

Erstellen Sie auf Ihrer Website eine eigene Seite für das Insolvenzrecht und beantworten Sie dort konkrete Fragen potenzieller Mandanten – etwa zum Ablauf eines Insolvenzverfahrens. Google bevorzugt Inhalte, die direkt und verständlich antworten, gegenüber allgemeinen Kanzleibeschreibungen.

Nennen KI-Assistenten wie ChatGPT auch Anwaltskanzleien?

Ja. KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity greifen auf öffentlich verfügbare Webinhalte zurück und nennen Kanzleien, die auf ihrer

Danijela Jakimovska
Redaktionsleitung · Kanzleizitiert

Verantwortet die Inhalte von Kanzleizitiert und analysiert laufend, wie ChatGPT, Perplexity, Google Gemini und Claude Anwaltskanzleien empfehlen – und übersetzen das in berufsrechtskonforme, umsetzbare Schritte. Mehr über die Redaktion →

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